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THALES Electron Devices GmbH, Ulm
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Die THALES Electron Devices GmbH (TEDG) ist seit dem 18. April 2002 eine 100%ige
Tochtergesellschaft der THALES Holding GmbH in Stuttgart, die wiederum die Dachgesellschaft der
THALES Firmen in Deutschland darstellt. Bis zu diesem Zeitpunkt lagen Besitzverhältnisse und die
Managementeinbindung bei der THALES Electron Devices S.A. (TED) mit Sitz in Vélizy. Die
Besitzübertragung an die deutsche Holding ist Teil der organisatorischen Restrukturierung des
Gesamtkonzerns, hat jedoch keinen Einfluß auf die Managementstruktur.
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TEDG entwickelt und produziert Wanderfeldröhren
(TWT: Travelling Wave Tubes). TWT‘s werden
hauptsächlich für Weltraumanwendungen (Röhren
an Bord von Satelliten für Telekommunikation und
Multimedia-Anwendungen) aber auch für einige
militärische Anwendungen (Radar) eingesetzt. TEDG,
als Teil der TED-Organisation, vertreibt in
Deutschland einerseits alle TED-Produkte
(Handelsware) und nutzt andererseits das weltweite
TED-Vertriebsnetz, um seine Produkte im Ausland zu
verkaufen.
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THALES Elektron Devices GmbH in Zahlen
Umsatz (2006): 99.6 Mio. Euro
Investitionen (2006): 1.6 Mio. Euro
Entwicklungsaufwendungen (2006): 4.0 Mio. Euro
Anzahl Mitarbeiter: 390
Betriebsfläche: 14.200 qm
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Bis Mitte 2001 gab es neben den
Wanderfeldröhren ein weiteres Geschäftsfeld:
Die Kathodenstrahlröhren(CRT: Cathode Ray
Tubes).
Nach einer im Jahr 2000 durchgeführten
strategischen Analyse des Produktportfolios
hatte sich TED entschieden, dass CRT’s nicht
mehr zu den Kernprodukten gehören.
Konsequenterweise wurden mit SAMTEL,
Indien, Verhandlungen zur Gründung eines Joint Ventures geführt. Am 1. Juli 2001 erfolgte der
Betriebsübergang auf die SAMTEL Electron Devices GmbH.
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Geschichtlicher Abriß:
1945 begann die Produktion in Ulm mit Empfängerröhren. Bis
1977 wurden hier 100 Milllionen produziert. 1952 begann neben
der Oszillographenröhre die Serienproduktion von Schwarz-Weiß-
Bildröhren.
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Diese Produktion endete ebenfalls 1977 nach 15 Millionen
produzierten Stück. 1964 begann die Farbbildröhrenära mit dem
Bau eines Zweigwerkes, das 1980 nach der Produktion von 5.5
Millionen Stück an das Unternehmen Thomson-Brandt überging.
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Das Wanderfeldzeitalter begann 1954 mit der TL4 in
Richtfunkstrecken, deren konsequente Weiterentwicklung
1964 zu den ersten Satelliten-Wanderfeldröhren (TL
4003) in voll integrierter Bauweise führte, die dann
ebenfalls auf alle Richtfunkröhren übertragen wurde.
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Schon frühzeitig (1951) begann auch die Halbleiterentwicklung mit einer beginnenden Produktion
von Dioden und Transistoren. Seit 1980 produziert ULM überwiegend technische Röhren, und zwar
Schaltröhren, LCD-Anzeigen und Identifikationssysteme sowie Bild-, Röntgen- und
Mikrowellenröhren. Die zuletzt genannte Produktfamilie wurde im Januar 1996 in der Firma AEG
Elektronische Röhren GmbH zusammengefasst, die zwischenzeitlich in Thales Electron Devices
GmbH umbenannt wurde.
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Kurze Geschichte der Röhrenfertigung bei Thomson-CSF und AEG
Elektronische Röhren gibt es seit über 100 Jahren. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurden die
entscheidenden Erfindungen gemacht. Seitdem haben Ingenieure und Unternehmer mit vielen
Verbesserungen zum Fortschritt dieser Technologie beigetragen und ihren Anwendungsbereich
erweitert. Anhand der Geschichte von Thomson-CSF und AEG soll dieser Prozess veranschaulicht
und zugleich deutlich gemacht werden, woher das Know-How dieser beiden Organisationen
stammt, die ihre Zukunft nunmehr als ein Unternehmen gestalten.
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Thomson-CSF
Die Geschichte der elektronischen Röhre beginnt mit den zu Beginn des 20. Jahrhunderts
entwickelten Rundfunkröhren, die nur niedrige Sende- und Empfangsleistungen
zuließen. Bereits
im Verlauf des ersten Weltkrieges kamen diese Röhren massiv zum Einsatz. Nach diesem Krieg
fanden Rundfunk und Telefon auf breiter Ebene Anwendung im zivilen Bereich. Mit ihren für das
Aufkommen des Hörfunks entscheidenden Gitterröhren sollten sich zwei Unternehmen schnell
durchsetzen, nämlich die CSF bzw. deren Tochterunternehmen SFR und die CFTH mit dem ihr
zugehörigen Glühlampenhersteller Compagnie des Lampes Mazda. In den dreißiger Jahren leistete
Maurice Ponte entscheidende Beiträge zur Entwicklung des
Magnetrons (oder Magnetfeldröhre), aus denen sich in der
Folge eine französische Radarindustrie entwickeln konnte.
Bereits 1938 kam ein erstes, von Ponte entwickeltes
Magnetron auf dem Ozeanriesen “Normandie” zum Einsatz,
und auch die ersten Versionen des französischen
Düsenjägers “Mirage” waren Ende der fünfziger Jahre mit
Magnetfeldröhren ausgerüstet.
Die gleichzeitig aufgekommenen Fernsehröhren bewirkten eine beschleunigte Entwicklung der
Radartechnik dank optischer Wiedergabe der Abtastsignale. Fernsehen, das neue Massenmedium,
veranlaßte CFTH zur Produktion von Aufnahme- und Bildwiedergaberöhren in Zusammenarbeit mit
amerikanischen Unternehmen (GE, EMI, PYE und RCA). Auch in der Fernmeldetechnik verzeichnete
man ab 1950 wichtige Fortschritte, die immer breitere Frequenzbänder für die Übertragung
erforderlich machten.
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Mit den neuen Wanderfeldröhren war CSF 1953 in der Lage, die Krönung Elisabeths II. per
Richtfunk über den Ärmelkanal zu übertragen. Gleichzeitig entwickelte CSF die ersten
Hochleistungsklystrone. B. Epsztein erfand 1952 das Karzinotron. Mit der Varian-Technologie
entwickelte CFTH im Rahmen des Nato-Programms “Nadge”
(1965) leistungsfähige Radarklystrone. Für Rundfunksender
erfand C. Beurtheret 1950 für CFTH das Vapotron, eine
durch Verdampfung gekühlte Röhre. Diese ursprünglich für
Gitterröhren entwickelte Technik wurde dann auf Mikrowellenröhren
übertragen. Das System wurde von
Herstellern in aller Welt übernommen und mit dem Super- bzw. dem Hypervapotron später
perfektioniert.
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In den sechziger Jahren bringt CFTH das Pyrobloc-Gitter auf den Markt, mit dem sich die
Lebensdauer der Röhren deutlich erhöht. Frequenzangebot, Leistungswerte und Zuverlässigkeit
verbessern sich ebenfalls. Mit diesen beiden Erfindungen legten CFTH und später dann Thomson-
CSF den Grundstein zu einer dominierenden Marktposition bei Radio-, Fernseh- und Radarröhren-
Bildverstärkerröhren kamen bereits während des Zweiten Weltkrieges in Nachtsichtgeräten zum
Einsatz. CFTH übernahm 1956 die Röhrenproduktion der Firma Outillage RVB-Radio Industrie und
entwickelte unter Leitung von L.F. Guyot Leuchtverstärker für die Röntgentechnik, die zu der heute
weltweit anerkannten Spitzenposition im Markt für Medizintechnik verhalfen.
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Im Jahr der Gründung von Thomson-CSF entstand 1968 durch Zusammenschluß von CFTH und
CSF der Bereich Elektronische Röhren, in dem die Röhrenproduktion beider Unternehmen vereint
ist. Die Verträge mit den amerikanischen Unternehmen wurden aufgekündigt. Damals begannen
auch die Entwicklungsarbeiten an Wanderfeldröhren für die Weltraumtechnik. Die erste Röhre
dieser Art kam 1972 in einer Satelliten-Bodenstation zum Einsatz. 1976 wurde der erste mit Röhren
bestückte Satellit ins All befördert.
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Zu einer starken Diversifizierung der Mikrowellenröhren kam es mit der Entwicklung von immer
leistungsfähigeren Klystrons für die Forschung. Mit dem gegen Ende der siebziger Jahre
aufgekommenen Gyrotron, einem Schwingungsgenerator mit höchsten Leistungswerten, ergaben
sich ganz neue Perspektiven auch für Anwendungen in der Industrie. Zur Veränderung von
Bildaufnahme und -wiedergabe trugen die 1969 erstmals vorgestellten Plasmabildschirme und die
ab 1974 entwickelten CCD bei. Neue Möglichkeiten für die medizinische Bildgebung eröffnen sich
mit den ab 1986 entwickelten und zur Serienreife gebrachten Festkörperdetektoren.
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AEG
1895 entdeckte Röntgen Strahlen, die beim Auftreffen von Elektronenstrahlen auf Metall entstehen
und durch Materie gehen. Bereits ein Jahr später wurde bei der AEG die erste Röntgenröhre
hergestellt.
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Aus der Grunderfindung entstand durch Hinzufügen eines
Steuergitters bereits 1906 die erste gittergesteuerte Empfängerröhre,
hergestellt von R. von Lieben. Zugleich lernte man um die
Jahrhundertwende die Einflüsse von elektrischen und magnetischen
Feldern. 1897 baute F. Braun eine Röhre mit einem
elektromagnetischen Ablenksystem und zeigte Spannungsverläufe
durch einen bewegten fluoreszierenden Fleck auf. Diese Braunsche
Röhre ist der Ursprung aller Kathodenstrahlröhren wie Bildröhren und
Oszilloskopröhren. Aus diesen Entwicklungen begannen erste Produktionen der Verstärkerröhren
nach 1910 (AEG 1912) nach dem Lieben-Prinzip.1933 wurde bei Fernsehversuchen die erste
elektronische Bildwiedergabe mit der Braunschen Röhre vorgeführt und nach dem Start des
Fernsehens in Deutschland 1935 war 1939 die erste Rechteckfernsehröhre der Welt von
Telefunken dabei: Sowohl Aufnahme- als auch Wiedergaberöhren begannen ihren Siegeszug und
das Fernsehen benötigt heute noch beide Produkte. Aus Schwarz-Weiß wurde Farbe und Merkmale
wie Auflösung, Helligkeit, Kontrast wurden stetig verbessert, doch an ihrer Existenz nagen
Flüssigkristallanzeigen als flache Bildschirme und Halbleitertargets in der Aufnahmetechnik.
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Die Einführung des Hörfunks ab 1923 brachte eine stürmische Weiterentwicklung und erhöhte
Produktionszahlen für die klassische Verstärkerröhre, deren Höhepunkte in den 50er und 60er
Jahren war.
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Die Entwicklung der Nachrichtentechnik und der Übertragungsverfahren ging zu immer höheren
Frequenzbereichen, in den sich die Laufzeiteffekte der Elektronen in den Verstärkerröhren störend
bemerkbar machten.
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Dies war der Start der Laufzeitröhren, heute unter dem Namen Mikrowellenröhren bekannt. Bereits
in den 30er Jahren wurden Magnetrons und Reflexklystrons zur Erzeugung von CM-Wellen und
letzten Endes auch Klystrons und Wanderfeldröhren zur
Verstärkung dieser Wellen hergestellt. Starke Veränderungen
ergaben sich durch die integrierte Bauweise der
Wanderfeldröhren in den frühen 60er Jahren, die ihnen das
heutige Aussehen gaben. Wanderfeldröhren für Satelliten
erreichten im ersten Nachrichtensatelliten TELSTAR einen
Wirkungsgrad von 15 %. Forschung und Entwicklung,
Optimierung der Simulationswerkzeuge waren die Grundlage zur systematischen Optimierung aller Komponenten. Heutige
Spitzenprodukte erreichen Wirkungsgrade von über 70 %.
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TWT Grundlagen
Grundsätzlich wird eine elektromagnetische Welle (HF), welche sich entlang einer Drahtwendel
(Helix) ausbreitet, durch einen im Zentrum dieser Helix angeordneten Elektronenstrahl verstärkt.
Im Vakuum werden Elektronen von der Kathode erzeugt und mit Elektroden (Anode) beschleunigt,
fokusiert und schließlich in die Wendel (Helix) eingeleitet. Ein Magnetfeld konzentriert die
Elektronen in dem Zentrum der Wendel. Ein Teil der kinetischen Energie des Elektronenstrahles
wird an die hochfrequente Welle (HF) welche sich auf der Wendel ausbreitet, abgegeben.
Hierdurch verstärkt sich die hochfrequente Welle auf der Wendel in Richtung des
Elektronenstrahles. Am Ende der Wendel werden die überschüssigen Elektronen in dem Kollektor
durch Elektroden abgebremst. Die restliche kinetische Energie wird hierbei in Wärme
umgewandelt. Für TWTs, welche in Satelliten verwendet werden, ist die Zuverlässigkeit von
entscheidender Bedeutung. In den zurückliegenden 30 Jahren wurde von TEDG diese Fähigkeit mit
der Lieferung zuverlässiger, modernster Produkte für die Raumfahrt demonstriert. Zwischenzeitlich
wurden mehr als 10.400 TWTs für die Verwendung im Weltraum gefertigt. Die gesamte
Betriebszeit in dieser rauen Umgebung beträgt mehr als 290 Millionen Stunden.
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Produkte
TED ist weltweiter Führer am Markt für TWTs in kommerziellen Nachrichtensatelliten. Das
Produktspektrum reicht von Frequenzen im Bereich 1.4 GHz bis 65 GHz und Leistungen im Bereich
von 15 Watt bis 300 Watt.
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L, S, C, X, Ku, K, Ka, V-Band bis zu 200 W
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